Jüngere Frau und älterer Mann gucken gemeinsam in eine Mappe

Pflege und Wohnen als Armutsrisiko

VdK NRW wendet sich mit „Bielefelder Resolution“ an Bundes- und Landesregierung

Den Ausbau bezahlbarer und barrierefreier Wohnungen vorantreiben und die rentenrechtliche Anerkennung von Angehörigenpflege verbessern: Das sind die Kernforderungen der aktuell vom VdK Nordrhein-Westfalen, Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW, verabschiedeten „Bielefelder Resolution“. Mit dieser appelliert der Verband an Politik in Land und Bund.

Besonders große Herausforderungen in NRW

„Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Armutsgefährdung in NRW ist eine gute Altersvorsorge für die Menschen hier von besonderer Bedeutung“, erklärt der Vorsitzende Horst Vöge. Der VdK NRW stellt sich hinter die Forderungen der bundesweiten VdK-Kampagne #Rentefüralle (www.rentefüralle.de) nach einer Aufwertung geringer Renten, der Einführung eines Freibetrags für Empfänger von Grundsicherung im Alter sowie einer Erhöhung des Mindestlohns auf 12,80 Euro. In NRW seien die gesellschaftlichen Herausforderungen besonders groß. „In keinem anderen Bundesland ist die Armutsquote in den letzten zehn Jahren stärker gestiegen", so Vöge.

Zu hohe Wohn- und Pflegekosten

Problematisch seien unter anderem die explodierenden Wohnkosten – vor allem in den großstädtisch geprägten Regionen. „Gleichzeitig verzeichnen wir einen Rückgang öffentlich geförderter Angebote für Mieter", machte der VdK-Landesvorsitzende deutlich und sprach sich des Weiteren für eine Deckelung der Eigenanteile bei der stationären Pflege aus: „Schließlich müssen Betroffene in NRW pro Monat satte 2.252 Euro zuzahlen, während der Betrag im deutschlandweiten Durchschnitt mit rund 1.830 Euro deutlich niedriger ist."Die Unterbringung in Pflegeeinrichtungen dürfe nicht in Armut münden, heißt es entsprechend in der „Bielefelder Resolution“. Aber auch darüber hinaus sei der politische Handlungsbedarf groß, damit diejenigen, die schon in jungen Jahren prekär beschäftigt sind und wegen Erziehungs- oder Pflegezeiten teilweise beziehungsweise vollständig aus dem Berufsleben ausscheiden müssen, nicht im Alter zwangsläufig auf staatliche Leistungen angewiesen seien.